Guppyprojekt
Hochzucht

 

Hochzucht - Was ist das denn?

Unter Hochzucht verbirgt sich nichts anderes als ein Wort für die gezielte Erhaltung und Erzüchtung bestimmter Merkmale. Die Hochzucht von Guppys ist ein sehr interessantes Thema, da hier so viel genetisches Potential in einem Tier vorhanden ist, das sich der Züchter zu Nutze machen kann. Neben den vielen verschiedenen Flossenformen gibt es viel Grundfarben und noch weit mehr Deckfarben oder Muster, die dieser Fisch ausbilden kann.

Hochzuchtmethoden

In der Literatur gibt es viele verschiedene beschriebene Methoden, um mit einer bestimmten Anzahl an Becken Stämme zu vermehren. Was ich jedoch immer hierbei vermisse, ist die Tatsache, das es ja auch darum geht Merkmale zu verbessern, oder gar zu erzüchten. Daher ist für ernsthafte Hochzüchter eine Erhaltungszucht in Form von Schwarmzucht oder Linienzucht zwar dringend erforderlich, aber man kommt nicht um gezielte Zuchtansätze herum, da man ja bestimmte Merkmale, die bei einem besonders guten Männchen vorhanden sind, gezielt erbfest in den Stamm integrieren möchte.

Ich will hier nicht auf die einzelnen Methoden von anderen Züchtern eingehen, sondern auf meine Zuchtmethoden.

Meine Hochzucht

In erster Linie geht es mir darum, vorhandene Merkmale zu erhalten, und erst in zweiter Instanz ist mir die Verbesserung einzelner Merkmale wichtig. Das bedeutet, ich muss meine Stämme aufteilen. Meine Stämme bestehen aus einer Hauptschlagader, wo jeweils die besten Männchen mit den besten Weibchen im Schwarm vermehrt werden. 

Die trächtigen Weibchen werden zum Werfen der Jungen abgesetzt, und kommen dann wieder zu Ihrem Schwarm. Die Jungen werden in Gruppen aufgezogen, jeweils nach Geschlechtern getrennt, und dann bei entsprechenden Eigenschaften in den Schwarm der Elterngeneration integriert. Ältere Tiere werden durch bessere Söhne oder Töchter ersetzt, oder der Stamm wird lediglich etwas vergrößert.

Um besondere Merkmale zu festigen, setze ich das Männchen mit dem besonderen Merkmal zur Verpaarung mit ein bis zwei geeigneten Weibchen an. Diese Linie wird separat gehalten, um in der Entwicklung der ersten Generation bereits die Verbesserung zu erkennen und gezielt zu selektieren. Ist das Merkmal durch die Geschwisterverpaarungen deutlich verbessert, werden die Nachkommen in die Hauptlinie gezielt integriert. Hierzu setze ich wieder ein sehr gutes Männchen mit einigen jungen Weibchen aus der Hauptlinie an, und bei entsprechendem Ergebnis in der F1, werden die Tiere des Schwarmes durch die vermeintlich besseren ersetzt. 

So erspare ich mir Rückschläge. Diese Versuchsverpaarungen müssen nicht immer das gewünschte positive Resultat haben, sondern können auch böse nach hinten los gehen.

Bevor ich es vergesse, es gibt auch Stämme, bei denen man Probleme mit der Fertilität hat, wie z.B. einige Albinostämme. Hier erhalte ich die Würfe in einer Art Schwarm, also gemischt und nicht getrennt. Die besten Tiere gehen dann in den Schwarm, was jedoch das Problem bereitet, das man bei den Weibchen die ersten zwei bis drei Würfe nicht verwenden kann, da hier Spermien der Geschwister und nicht der Männchen des Stammes die Weibchen befruchtet haben.

 

  copyright T.Braun