Die Haltung von Guppys ist eigentlich alles andere
als einfach. Hochzuchtguppys leben im Prinzip in ihrem natürlichen Terrain,
dem Aquarium - denn mit der Wildform haben sie absolut nur noch den Ursprung
gemeinsam.
In der gängigen Literatur sind viele Haltungstipps
erhältlich um den Guppys einen artgerechten Lebensraum zu bieten. Unter
anderem ist die Beckengröße mit mindestens 60cm, also 54l Volumen, zur
Dauerhaltung angegeben. Darauf werde ich hier allerdings nicht näher
eingehen, sondern meine Hochzuchtbedingungen ein wenig transparenter machen.
Meine Haltungsbedingungen
Meine Guppys leben je nach Alter in verschieden
großen Becken. Geboren werden die meisten Jungen in 12 Liter Becken, und
verbleiben hier für die ersten vier bis sechs Wochen. Durch den engen Raum
ist eine Futteraufnahme am besten gewährleistet, da die Fische einen
gewissen Futterneid entwickeln.
Anschließend werden die Jungen nach Geschlechtern
getrennt, oder verbleiben, bei Stämmen mit Fertilitätsproblemen, in
Gruppen mit 10 bis 30 Tieren im Verhältnis 2:1. Die verwendete
Beckengröße liegt hier bei großen Gruppen bei 54 bis 112 Litern, kleinere
Gruppen wachsen in 25 Liter Becken bis zur Weiterzucht oder Ausstellung auf.
Die Selektion erfolgt bei mir als stetiger Prozess vom ersten Tag an, d.h.
das ich Tiere, die nicht dem Zuchtideal entsprechen, in große Becken zur
Abgabe für Gesellschaftsbecken oder zum Verkauf an den Zoohandel
aussortiere.
Gezielte Zuchtansätze mit einem Männchen und ein
bis drei Weibchen halte ich in 25 Liter Becken, Zuchtgruppen, zur Vermehrung
oder bei durchgezüchteten Merkmalen, mit drei und mehr Männchen zusammen
mit 6 und mehr Weibchen halte ich in 54 Liter Becken.
Beckenpflege:
Regelmäßiger Wasserwechsel erfolgt bei mir je
nach Beckengröße und Besatzdichte alle 5-14 Tage.
Die Becken werden mit einer Spülbürste innen von
Algen und Ablagerungen bei der Reinigung befreit. Von außen werden sie mit
herkömmlichem Glasreiniger von Spritzern und Verschmutzung befreit.
Die Filter der 12 Liter Becken werden wöchentlich
gereinigt, wobei lediglich der grobe Schutz entfernt wird, Algen sollten
jedoch erhalten bleiben, da hier Kleinstlebewesen die zu
Umwandlungsprozessen dringend benötigt werden angesiedelt sind.
In den größeren Becken werden die Filterschwämme
monatlich ein bis zwei Mal gereinigt, was jedoch nur bedeutet, das sie mit
lauwarmem Wasser ausgespült werden, um Grobschmutz zu entfernen. Algen
dürfen auch hier ansiedeln.
Die Abdeckscheiben der Becken werden meistens bei
Bedarf geputzt, jedoch höchstens alle 2-3 Monate, da ich kaum Kondenswasser
auf den Scheiben habe. Staub wird natürlich regelmäßig entfernt.
Bepflanzung
Ich habe eine Zeit lang die Bepflanzung in den
Becken vollständig entfernt, was jedoch extrem negative Auswirkungen auf
die Wasserqualität hatte. Daher sind meine Becken alle - mit Ausnahme der
12 Liter Becken - mit Pflanzen in Tontöpfen oder Plastikschalen bepflanzt.
Als besonders robust Sorten haben sich in meinem Wasser cryptocoryne wendtii
sowie diverse Anubias bewährt.